You are currently viewing Zwei Frauen für ein Quöllfrisch: Brauerin Elsa und Labormitarbeiterin Olivia

Zwei Frauen für ein Quöllfrisch: Brauerin Elsa und Labormitarbeiterin Olivia

Im Rahmen meiner «Mission», euch die Menschen hinter dem Appenzeller Bier näher zu bringen, habe ich mich mit Elsa und Olivia über ihren Arbeitsalltag und ihren Arbeitgeber unterhalten und erneut die Vielfalt (in) der Brauerei erlebt.

Elsa Salati und Olivia Bürge arbeiten beide seit 2016 bei der Brauerei Locher. Abgesehen davon unterscheidet sich ihre Arbeit fürs Appenzeller Bier grundlegend.

Die Bierbrauerin

Elsa ist Brauerin, d.h. sie ist verantwortlich für die Herstellung der Appenzeller Biere, die wir so gerne trinken. Mälzen und läutern, verschiedene Hopfensorten hinzufügen, überwachen der Klärung und Gärung: Bei über 40 verschiedenen Biersorten wird Elsas Arbeitsalltag nicht langweilig. Die Bierproduktion ist ein fortlaufender Prozess und kann nicht am Feierabend abgestellt werden. Das heisst: Schichtbetrieb. Die Umstellung der Schichten nennt Elsa auch als beschwerlichere Seite ihres Berufes, für welchen sie sonst leidenschaftlich schwärmt.

Vielleicht denkst du jetzt, dass du mit deinem eigenen Kellerbräu ja auch Brauer*in bist und es bei den Biermenschen nur etwas grösser, aber keine Hexerei sein kann. Nun, Elsa hat den MSc Brewing & Distilling in Edinburgh gemacht und würde dir bestimmt viele Details nennen, die ihre meisterliche Arbeit von uns Kellerbrauer*innen unterscheidet.

Der Erfolg der Brauerei Locher ist auch immer ein Erfolg für Elsa. Das Lob der Kunden für die Produkte, die sie braut, stellt sie auf und motiviert sie. Ihr Lieblingsbier ist übrigens das mit einem «European Beer Star 2020» ausgezeichnete Honigbier Mielfiore.

Die Qualitätsprüferin

Nach ihrer Lehre als Lebensmitteltechnologin Fachrichtung Fleisch ist Olivia ein Biermensch in Appenzell geworden. Berufsbegleitend hat sie dort eine Weiterbildung zur geprüften Industriemeisterin Fachrichtung Lebensmittel absolviert. «Dies wurde von meinem Arbeitgeber gefördert und unterstützt», wie sie sagt.

Nachdem Elsas Arbeit getan ist, fängt die von Olivia an. Sie prüft nämlich im Labor sorgfältig die Qualität der Appenzeller Biere – unter anderen auch diejenige von ihrem Lieblingsprodukt Quöllfrisch hell, durch das sie überhaupt aufmerksam auf die Brauerei Locher wurde. Wie viele von uns wohl auch…

Das wichtigste an Olivias Tagesroutine ist die Kontrolle der am Vortag abgefüllten Biere. Dazu gehören CO2-Wert, Schaumhaltbarkeit, Farbe & pH-Wert. Bei den klaren Bieren führt sie täglich einen Test durch, um zu überprüfen, ob sie auch klar bleiben. Falls Birra da Ris produziert wurde, ist sie auch für den Glutentest zuständig. Und stellt dadurch sicher, dass Birra da Ris eine bekömmliche Alternative für Menschen mit Zöliakie bleibt.

Kann denn dieser Job im Dienste des Appenzeller Biers überhaupt anstrengend sein? Olivia: «Wenn eine neue Maschine geprüft werden muss, bekommen wir viele Proben zur Überprüfung. Sonst, wenn alles läuft wird es eigentlich nur anstrengend, wenn viel produziert wird und jemand im Labor fehlt.»

Tolle, liebe, familiäre Biermenschen

«Das tolle Team!», antwortet Olivia auf die Frage, was ihre Arbeit besonders schön macht. Und ergänzt, dass sie oft auch in Kontakt mit anderen Abteilungen komme, was ebenfalls interessant sei. An der Brauerei Locher gefallen ihr vor allem «das familiäre Umfeld, aufgestellte Kollegen und stets spannende Innovationen». Oder – in Elsas Worten: «Schöner Ort, liebe Menschen und die besten Biere».

Die Menschen hinter dem Bier kennenlernen

Elsa und Olivia sind nicht die einzigen zwei Frauen und schon gar nicht die einzigen Biermenschen, die «für ein Quöllfrisch» arbeiten, wie es der Titel dieses Beitrages suggeriert. Die Brauerei Locher, gewachsen aus einem Familienbetrieb, besteht aus einem vielfältigen Team von Mitarbeiter*innen, die miteinander die verschiedenen Produkte herstellen, vermarkten, vertreiben und zu uns Konsument*innen ins Glas bringen. In diesem Blog werden in unregelmässigen Abständen einige von ihnen portraitiert, um einen Einblick in dieses familiäre Umfeld des mittlerweile gar nicht mehr so kleinen Betriebes zu geben.

Coronabedingt haben die Interviews über E-Mail und Telefon stattgefunden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.