Wie aus Bier hochwertiger Essig wird

Wie aus Bier hochwertiger Essig wird

Karl Locher experimentierte schon vor 20 Jahren mit Bier und Fruchtessenzen. Aus der Idee ist mittlerweile ein harmonisches, hochwertiges Produkt geworden: Die CréaCeto-Balsamessig-Linie.

Für die Produktion von Essig kann grundsätzlich jede alkoholhaltige Flüssigkeit verwendet werden. Der fertige Essig schmeckt überwiegend nach seinem Ausgangsprodukt. Umso wichtiger ist deshalb die Qualität des «Rohstoffes». Naheliegend, dass die Biermenschen ihre eigenen Produkte verwenden, um ihren ebenso eigenen Essig herzustellen. Für die Essigproduktion werden der «Vorlauf» und der «Nachlauf» der Bierproduktion verwendet. Das ist das Bier-Wasser-Gemisch, das sich vor bzw. nach dem Bierbrauen im Rohr befindet und eigentlich weggegossen wird. Eigentlich, denn die Brauerei Locher setzt seit 25 Jahren auf innovative Nachhaltigkeit. Nebenprodukte, die bei der Produktion mit hochwertigen Rohstoffen entstehen, werden zu neuen, leckeren Produkten weiterverwertet. Wie eben zum CréaCeto Balsamessig. 

Eigensinnige Essigbakterien

Der Essig wird nun aus diesem Appenzeller Bierbrand fermentiert. Nicht, wie ich vermutet habe, mit Hilfe von Essigmuttern – bekannt aus dem Haushalt – sondern mittels Essigbakterien. Diese Produktionsart sorgt für eine kontrollierte Herstellung. Das Endprodukt ist besonders rein und vor allem: Auch bei grösseren Mengen immer gleich. Diese Bakterien – so die Entwicklerin Gabriele Dörig – haben ein eigensinniges Eigenleben. Der Raum, in dem der Essig fermentiert, wurde isoliert, damit das Klima für die wärmeliebenden Bakterien passt. Im «Essigraum» gibt es eine Webcam, um die Messdaten unter Kontrolle zu haben und sofort reagieren zu können. Zu Beginn musste schon mal ein verlängertes Familienwochenende der Familie Dörig verschoben werden, da die Essigbakterien grad die volle Aufmerksamkeit der Produktentwicklerin benötigten. Mittlerweile betreut Yves Habermacher die Essigproduktion. Die hat noch immer ihre Tücken, läuft aber komplikationsfreier als noch in der Anfangsphase.

CréaCeto – Balsamessig für die Seele

Der durch die Arbeit der fleissigen Bakterien entstandene Bieressig wird nach seiner Filtration zum «Balsamessig» verfeinert. D.h. es werden Konzentrate von Äpfeln und Birnen aus Oberegg, die auch für die Produktion des Bschorle verwendet werden, und der exotischen HOI-Früchten Maracuja und Mango versetzt. So werden die gleichen Rohstoffe für mehrere Produkte verwendet. Die Qualität ist garantiert und die kontrollierte Herkunft der Inhaltsstoffe sorgt für ein Naturprodukt, das der Philosophie der Brauerei Locher entspricht.
Seit Ende 2019 ist auch die neue CréaCeto-Variante «Rauchmalz» auf dem Markt. Wer sich im Locher-Universum auskennt, weiss, dass die «Edition Dreifaltigkeit» des Säntis Malt Whiskys eine ebensolche rauchige Note hat. Diese – man mag sie oder nicht – stammt vom Mälzprozess der Gerste. Dieser erfolgt nämlich über offenem Feuer mit Torf aus dem Appenzeller Hochmoor. In Kombination mit dem Balsamessig entsteht ein spezieller, edler Essig, der in diversen Gerichten für eine rauchige Komponente sorgt.

Zwei Flaschen – Vier Geschmäcker

Gabriele und auch ihre Kinder mögen CréaCeto Mango am liebsten. Im Krautsalat oder einfach so. Mein Lieblingsessig ist der Bschorle-Balsamessig. Weil er so rund schmeckt und unkompliziert kombiniert werden kann. Diesen Essig gibt es übrigens in zwei verschiedenen Verpackungen. Die längliche Flasche mit der urchigen Etikette stammt noch aus der Anfangsphase, die Etikette weist die Äpfel eindeutig als «Oberegger Äpfel» aus. Dagegen besticht die CréaCeto-Linie mit ihrem schicken Design und der einheitlichen Gestaltung der mittlerweile vier Sorten. Der Inhalt ist dank der Arbeit der Bakterien, Gabriele und Yves immer derselbe.

Zwei verschiedene Verpackungen – gleicher Inhalt.

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