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Seit drei Monaten zusammen und schon «wie ein altes Ehepaar»: Aline und Silvan leiten das Besucherzentrum Brauquöll gemeinsam

Die Co-Leitung des neu eröffneten Besucherzentrums sehen Aline Holderegger und Silvan Etzensperger als grossen Vorteil, erzählen aber auch von den Herausforderungen, die eine solche Zusammenarbeit mit sich bringt.

Drei Männer stehen an der Bar, degustieren und philosophieren mit Silvan über dunkle Biere im Allgemeinen und den Schwarzen Kristall im Speziellen. «Das sind Gastro-Kunden», raunt mir Aline zu, bevor sie die Einkäufe eines Touristenpaares einpackt und den beiden herzlich einen schönen Aufenthalt wünscht.

Silvan und Aline teilen sich seit Januar die Leitung des Besucherzentrums Brauquöll. Bei meinem Besuch ist Silvan seit 10 Wochen, Aline seit 10 Jahren bei der Brauerei Locher. «Eine Top-Kombination», wie Silvan findet. «Aline kennt den Laden, die Firma und Appenzell – ich bin einfach der Neue». Aline windet ihrem Kollegen daraufhin ein Kränzchen: «Ganz so langweilig ist er nicht!» Silvan ist Biersommelier und dem Bier «leidenschaftlich verbunden». «Ich bin offen für neue Stile, probiere gerne aus, entdecke dadurch immer wieder Neues», schwärmt er. Aline ergänzt: «Silvan ist ein unglaublich offener Typ, er geht einfach auf alle Menschen zu.» Vorher war der Zürcher (!) in einem grossen Getränkefachgeschäft tätig, nun fokussiert er sich ganz auf Bier. Und ist ins Appenzellerland gezogen. Nach Feierabend erkundet Silvan regelmässig die Gastrokunden in der Nähe, lernt Land und Leute kennen. «Das regionale Bier repräsentiert immer auch die Kultur der Menschen, die es brauen und die Region, in der es gebraut wird. Ich mag die liebevolle Gastronomie, die ich hier bisher kennenlernen durfte.»

Klar aufteilen und kommunizieren

Beide sind froh um die Co-Leitung, weil es schon eine Entlastung sei, bei schwierigen Fragen einen Diskussionspartner zu haben. Ausser dem finden sie, dass sie sich vom Typ her gut ergänzen – so seien jeweils verschiedene Sichtweisen auf ein Thema abgedeckt. Und die Herausforderung? Ganz klar: Kommunikation sei das A und O und die grösste Herausforderung. Aber «wenn es menschlich stimmt, dann ist schon vieles gut.» Nach drei gemeinsamen Monaten seien sie fast wie ein altes Ehepaar, «wir diskutieren auch über Belangloses, Alltägliches. Das ist wichtig.»

Die Zuständigkeiten haben sie aufgeteilt: Aline übernimmt mit ihrem 60 %-Pensum die Administration, die Degustationen und Kundenanlässe sowie Personelles. Silvan arbeitet 100 % und ist für den Verkaufsbereich und die Ausbildung des Personals zuständig. Den grössten Vorteil einer Co-Leitung sehen beide darin, dass immer eine Leitungsperson im Laden sei, an der Front und für Kundinnen und Kunden und das Personal sichtbar. Das sei enorm wertvoll und werde sehr geschätzt. Corina, seit Februar im Brauquöll und heute im Dienst, steht hinter der Kasse, macht den Abschluss und antwortet auf meine Frage, wie es für sie sei, fröhlich: «Für mich stimmt’s!»

Am Puls der Zeit bleiben

In den kommenden Monaten stehen beim Leitungsteam diverse Weiterbildungen an. Silvan macht ein Training für Führungsfachkräfte. «Nicht nur beim Bier, sondern auch in der Art, wie ich leite, möchte ich am Puls der Zeit bleiben.» Aline und Silvan sind ausserdem auf dem Weg, das «Diploma Single Malt Whisky» zu erhalten und reisen dafür (und für eine weitere Vertiefung ihres Whisky-Wissens) nach Schottland, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen von Säntis Malt. Mittlerweile ist diese Reise bereits wieder Geschichte und Aline trägt bei meinem nächsten Besuch stolz den Pin der «EWA», ein Zeichen, dass sie nun diplomierte Single-Malt-Whisky-Kennerin ist.

Das neue Brauquöll bewährt sich

Aline hat bereits im «alten» Brauquöll gearbeitet und den Umzug miterlebt. Wie ist es nun, nach knapp vier Monaten am neuen Ort? «Jedes Mal im Laden fühle ich mich wie angekommen!» Auch die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher seien sehr positiv. Auch ich fühle mich jedes Mal wohl im Brauquöll. Die grossen Fenster, die beim Vorbeigehen einen Blick ins Innere gestatten, die Offenheit des Ladens, der Rundgang durch die Brauerei, die Möglichkeit, Biere an der Bar zu degustieren: Hier kannst du hier die Brauerei erleben, so wie sie ist. Ausserdem lernst du die neuesten Produkte kennen, wirst beraten und kannst probieren, bevor du einkaufst. Das neue Konzept bewährt sich.

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