Mit Bruno Prina in der Wirtschaft zum Transit und im Haus Hiltl

Mit Bruno Prina in der Wirtschaft zum Transit und im Haus Hiltl

Quöllfrisch unterwegs in Zürich

Ein Tag mit Bruno Prina in der Stadt Zürich ist für den seit vielen Jahren in der Stadt lebenden Appenzeller Blogger – ich gebs zu: Ausserrhödler und fremder Fötzel – eine Reise in Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Auch weil so viele Beizen kommen und gehen.

1. Wirtschaft zum Transit

Wir sind kurz nach neun Uhr im Basislager an der Aargauerstrasse in Zürich. In der 2012 aus der Binz hierhergezogenen Container-Siedlung leben Flüchtlinge und Kultur- und Kreativschaffende in friedlicher Nachbarschaft. Gleich daneben befinden sich auch die schweizweit bekannten Verrichtungsboxen. Probleme gebe es praktisch nie. Eigentlich hat die Gegend etwas Unwirtliches. Da kommt eine gemütliche Gastwirtschaft gerade richtig.

In der seit sechs Jahren von Dani Ris und Kathrin Ansorge betriebenen Wirtschaft zum Transit starten die ersten Vorbereitungen fürs Mittagessen. Ich habe mir im Sommer beim Vorbeiradeln schon öfter vorgenommen, hier in der Gartenbeiz mal einen Zwischenstopp einzulegen. Umso erstaunlicher, dass ich jetzt an diesem Morgen drin stehe. Also nehmen wir Platz. Ja, gerne, Kaffee, Espresso. Nö, ohne gar nichts, nur Kaffee pur. Während Dani Ris die Kaffeemaschine bedient, sagt Bruno Prina mit über dem Bauch gefalteten Händen und sichtlich zufrieden: „Die haben hier alles selber aufgebaut. Viele Einrichtungsgegenstände konnte ich ihnen vermitteln.“ Die Einrichtung stammt vom Bahnhofbuffet Kandersteg bis zum Sportplatz Höngg. „Dank em liebe Bruno“, wie Dani Ris sagt. Sie würden Tische und Stühle jede Saison selber aufmöbeln. Sieht gut aus, finde ich.

Ris & Prina – zwei alte Füchse

Die Gespräche drehen sich nebst um Beiz, Bier und Werbemittel auch um Gesellschaft, Leben, Gott und die Welt. Indem er sich für seine Kundschaft Zeit nimmt, erfährt Bruno Prina immer auch viel Privates. Erzählt auch von sich. Und natürlich kommen ihm so nützliche Infos aus der Gerüchteküche rund ums Gastgewerbe-Universum zu Ohren. Der alte Fuchs weiss ja genauso Bescheid über frühere wie aktuelle Zeiten. Immerhin ist vielerorts die junge Generation am Ball, wo er schon mit den Eltern zu tun hatte. Und manchmal kommt ihm so auch eine Idee, welche Gaststätte noch zum Appenzeller Bier passen könnte. Denn passen muss es. Und hier passt es, das Bier. Sie beiden hätten auch schon Lämpen gehabt, lassen Bruno Prina und Dani Ris verlauten. Aber das hätten sie jeweils schnell wieder geklärt.

Nach einiger Zeit holt Bruno Prina Gläser, Bierdeckel und Tischsets aus dem Auto. Und wenn nötig macht er auch mal deutlich, dass allein so ein Gratis-Tischset-Paket die Brauerei 23 Stutz koste. Auch die verschiedenen Gläser sind für die Brauerei mit Kosten verbunden. Dann plötzlich – Dani Ris und ich sind noch mitten im Gespräch – drängt Bruno auf Abschied. Und rennt schon wieder zum Auto. Der nächste Kunde soll nicht warten. Ok, herzlichen Dank, war schön, ich halte dann mal an, wenn ich wieder vorbeiradle.

Was ich hier digital kopiert bzw. gescannt habe, wird immer von Hand geschrieben, jedes einzelne Blatt: Abendkarte der Wirtschaft zum Transit. (Auf Korrektur von Fafa. Thanx!)

2. Haus Hiltl

Haus Hiltl
Club Perle, Langstrasse
Hiltl Vegi-Metzg

Der Besuch im Haus Hiltl, dem weltweit ersten vegetarischen Restaurant (mit Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde), ist der kürzeste des Tages. Als ich 1985 nach Zürich zog, gab es nur dieses Hiltl, das dafür schon lange. Und es war damals schon erfolgreich vegetarisch, als dies noch nicht hip und Veganer schon gar kein Thema war. Beeindruckend ist das schon, wie die Zeit sich verändert hat. Heute spriessen in der ganzen Stadt Filialen von Hiltl oder dessen Verwandten, dem Tibits. Und natürlich sind sie designmässig aufgefrischt. Um die Ecke gibts zudem die erste vegetarische Metzgerei der Schweiz. Ich persönlich begreife zwar immer noch nicht, warum man Nichtfleisch wie fleischloses Fleisch verkaufen muss. Also alles wie Fleisch, aber eben Vegi. Es scheint, dass moderne Vegetarier halt im Hinterkopf immer noch ein Fleischgewissen mit sich rumtragen. Warum nicht einfach nur Vegi, ohne Bezugnahme auf Fleisch?

Ist doch Hans, was Heiri

Aber eben: Wenns läuft, gibts dem Betreiber recht. Logisch. Das Hiltl hat eine eigene Marketing-Abteilung, die mir die Bilder zur Verfügung stellt, weil ich mal wieder das Knipsen vergessen habe. Hm, eigentlich habe ich es gar nicht vergessen. Ich dachte, dass das Hiltl ja wohl inzwischen jeder und jede kennt, die oder der diesen Blog liest. Also brauchts nicht unbedingt ein Bild. Aber eine digitale Bleiwüste bringts auch nicht, allerdings ist die Clubtanzfläche an der Langstrasse nachts wohl schon etwas belebter.

Bruno Prina bespricht einiges mit dem Manager of Beverage & Food, aber soviel ich mitbekomme, dreht es sich eher um den besagten Club. Denn Hiltl hat grundsätzlich mal eigenes Bier aus dem Raum Zürich und nur ein paar wenige Appenzeller Flaschenbiere finden Einzug in ihre Getränkekarte. Das süsse Biermischgetränk HOI mit seinen Geschmacksrichtungen Ananas, Mango, Moringa und Maracuja wäre vielleicht für den Club Hiltl attraktiv. Darin ist pure Natur: Saft aus echten Früchten und Bier mit leichtem Alkoholgehalt von 2,5% Vol. aus Quellwasser, Hopfen und Malz. Es eignet sich darum bestens zum Komponieren und Mixen raffinierter Drinks. Und schon muss ich wieder schleunigst alles zusammenraffen und – hopp dä Bäse! – dem Bruno nach, der es noch vor der anrollenden Autolawine über die Strasse schafft.

Leichtfüssig unterwegs zum Dienstwagen: Bruno Prina überquert die Strasse nach dem Besuch im Haus Hiltl.

Demnächst: Quöllfrisch unterwegs mit Bruno Prina auf der B.Good-Baustelle & im Restaurant Burgwies zum Zmittag.

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