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Mit Bruno Prina im Ziegel oh Lac & im Restaurant Tre Fratelli

Quöllfrisch unterwegs in Zürich

Auch in der Roten Fabrik ist Bruno Prina bekannt wie ein bunter Hund. Der Ziegel oh Lac ist ebenso sein langjähriger Kunde wie das Restaurant Tre Fratelli in Zürich-Wipkingen. Dort kommt es zum Unterschreiben des neuen Vertrags mit der Brauerei Locher.

5. Ziegel oh Lac

Im Ziegel sieht eigentlich alles noch aus wie früher, als wir jeweils an Sonntagen dem See entlang hinauswanderten, um vor Ort eine zwar offene Beiz anzutreffen, aber die Belegschaft legte grad eine halbstündige Kollektivpause ein. Schotten dicht! Fragte man ungläubig nach etwas Trinkbarem, wurde man für seinen Durst mit unverblümtem Kommerz- und Konsumbashing eingedeckt. Also watschelte man nicht selten frustriert und weiter durstig von dannen.

Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, sowas. Aber es war eben in der Zeit, als auch Bio noch eine, wenns hoch kam, belächelte Randerscheinung von Spinnern, Weltverbesserern und Fantasten war. Und die genossenschaftlich organisierte Ziegel-Belegschaft gefiel sich in der Haltung der Anti-Konsumisten. Auch das ist zum Glück vorbei. Der Ziegel oh Lac sei der erste Kunde gewesen, den er vor rund 15 Jahren für Appenzeller Bier dazugewinnen konnte, sagt Bruno Prina. Er hat für Geschäftsführer und Küchenchef Erich (wir belassen es beim nachnamenlosen Du) zwei HOI-Sets mitgebracht. "Neu haben wir ein Bündner Bier, das Gran Alpin", preist Bruno ein weiteres Produkt an. "Ah, ich dachte schon, ihr hättet Calanda gekauft", witzelt Erich. Er ist frisch aus den Ferien in Italien. Bruno bringts mal wieder auf den Punkt: "Ferie mit de Frau: dopplet so tüür und halb so luschtig."Nun gehts Schlag auf Schlag. Schon folgt die Geschichte vom Zelten „ohne Polizei“ mit seinen beiden Söhnen und Hund im Wald in der Lägeren. "Jetzt sind die beiden 30 und 28 Jahre alt und wenn ich frage, was damals das Schönste gewesen sei, sagen sie: Die Lägeren, Papi." Aber die Polizei war dann schon willkommen, wenn sie am nächsten Morgen Gipfeli brachte.

Bruno und Erich besprechen weiter eine Sitzung, die hier am nächsten Tag stattfinden soll sowie die Metzgete im November, bei der die Brauerei Locher jeweils die Musik beisteuert. Auch eine Schweizer Traditions-Metzgete hätte man sich vor 30 Jahren an diesem durch die Achtziger-Jugendunruhen entstandenen Kulturzentrum kaum vorstellen können. Ich erfahre, dass Bruno in der Pfadi Pluto hiess, Erich Radio und ich Panda. Nun gehts wieder zurück in die Stadt. Der Kreis schliesst sich: In der Nähe, wo ich zu Bruno ins Auto gestiegen bin, wartet die Unterzeichnung eines neuen Vertrags.

6. Restaurant Tre Fratelli

Das Restaurant Tre Fratelli ist ein Bijou. Die Fotos habe ich übrigens anfangs November mit dem Quöllfrisch unterwegs-Flyer gemacht. Irgendwie wollte ich die Vertragsunterzeichnung nicht weiter stören. Ist doch auch ganz passend: Die Bilder von aussen verströmen ein bisschen Geheimhaltung. Und das Quöllfrisch-Bike darf auch mal wieder auftreten.

Das Tre Fratelli besteht seit 1975, seit 25 Jahren wird es von Reshat Shalaku geführt. Angefangen habe er hier als Tellerwäscher und Küchengehilfe. Bruno lobt die Kochkünste von Küchenchef Roger Aschwanden mehrmals in höchsten Tönen. Er legt Reshat Shalaku die Verträge vor und erklärt, wo er nach dem Durchlesen zu unterschreiben habe. Alles ist längst besprochen und diese letzte Formalität ist schnell unter Dach und Fach. Auch hier bleiben wir noch eine halbe Stunde sitzen und tauschen uns über Gegenwart und Vergangenheit aus. Gehört zum Job. Die beiden erfahrenen Gastrofüchse kennen die Branche natürlich tausendmal besser als ich. Obwohl, gell, einiges weiss ich denn schon auch.

Demnächst: Quöllfrisch unterwegs mit Bruno Prina im Restaurant Die Waid & im Café des Amis.