Ins Paradies und zurück mit der Familie «Gull»

Ins Paradies und zurück mit der Familie «Gull»

Seit 2019 ist der Likör «The Gull» auf dem Markt, letzte Woche wurde die letzte Variante des Trios beworben. Grund für mich, bei den Whiskymenschen in Appenzell Müsterli anzufordern und die Produkte zu degustieren.

Wenn sich zwei Traditionsunternehmen zusammentun, um ein gemeinsames Produkt zu kreieren, kann dieses eigentlich nur gut kommen. Das ist natürlich a) eine Marketing-Verallgemeinerung par Excellence, b) Geschmackssache und c) keinesfalls immer so. Im Fall von «The Gull» trifft die Aussage allerdings ins Schwarze. «The Gull», mit vollem Namen «The Gull Cold Brew and Whisky Liqueur», ist eine leckere Vereinigung des Säntis Malt «Edition Sigel» (der mit dem grünen Rahmen in der Etikette) und dem Cold-Brew-Kaffee «Der Himmlische» von Mövenpick. Seit 2019 ist der Likör auf dem Markt, letzte Woche wurde die letzte Variante des Trios beworben. Grund für mich, bei den Whiskymenschen in Appenzell Müsterli anzufordern und die Produkte zu degustieren.

Please meet: The Gull family

«Cold Brew» bedeutet, dass der Kaffee eben nicht heiss aufgebrüht wird, sondern das Aroma der Kaffeebohnen durch kaltes Wasser extrahiert wird. Beim «Himmlischen» ziehen die frisch gemahlenen Arabica-Bohnen ganze zehn Stunden lang. Die «Edition Sigel» der Brauerei Locher (übrigens mein Lieblings-Säntis-Malt) reift jahrelang in alten Eichenholzfässern heran, die davor ebenso jahrelang Bier beherbergten. Ein milder, ausgeglichener Whisky, der in jede Bar gehört.

Im Likör «The Gull Cold Brew and WHISKY Liqueur» sind der Single-Malt- und der Kaffee-Geschmack harmonisch vereint. Im «The Gull Cold Brew and RUM Liqueur» vereint sich der Cold Brew mit hochwertigem Rum, «The Gull Cold Brew and CREAM Liqueur» ist die Vollendung vom ursprünglichen The Gull – mit einem Schuss Rahm. Alle drei Varianten haben ein supercooles Etikettendesign, finde ich.

Para-para-paradise und Erinnerungen an die Teenager-Zeit

An einem sonnigen Sonntagnachmittag habe ich mich an die Degustation der drei Gull-Varianten gemacht. Pur, on the rocks und als Cocktails (siehe dazu diese ergiebige Website).

«The Gull Cold Brew and Whisky Liqueur» ist pur eine ausgewogene, fast leichte Kombination aus der Edition Sigel und einem feinen Kaffee-Geschmack – die Produktbeschreibung passt. Wir haben mit ihm den Cocktail «Sour, Joe Sour» daraus gemischt. Aus Mangel an frischen Orangen wurde eine Sommer-Grapefruit (von Gebana, Tipp!) verwendet. Der Drink hat das Urteil «gute Mischung» erhalten, das Bittere vom Kaffee kommt prima mit dem Sauren der Limette/Grapefruit. Für einen Sommernachmittag ist mir der Drink allerdings zu schwer.

Im Gegensatz dazu eignet sich «The Gull in Paradise» einhundertprozentig für ein sommerliches «Afternoon Delight». Der Drink ist sensationell leicht und erfrischend. Allerdings tendiere ich dazu, sehr grosszügig mit Pfefferminze umzugehen und daher war bei meinem Mix der Minzgeschmack sehr dominant. Pur auf Eis ist der Rum-Gull ein süsser Kaffee-Likör, bekömmlich und äusserst gefährlich.

«The Gull Cold Brew and Cream Liqueur» sieht nach Baileys aus und riecht auch so. Und da sind wir bei meinem persönlichen Dilemma mit dem Cream (mit Cream-Likörs generell): Mit Baileys hatte ich als Teenager meine erste negative Erfahrung mit Alkohol. Diejenige, die man lange bis gar nie vergisst. Und daher sind Cream-Liköre auch in fortgeschrittenem Erwachsenenalter nicht meine Favoriten. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass er als Dessert, in Kombination mit Schokoladen- oder Vanille-Glace auch mich entzücken könnte.

Ein Anruf aus Tennessee nimmt dem Likör den Vornamen

Kuno Mock, Leiter Verkauf Spirituosen, hat mir eine Anekdote aus den Anfängen erzählt: Die erste Abfüllung von «The Gull» trug noch den Namen «Jack the Gull» (siehe Foto). Sie war in ein paar Läden von Mövenpick und in den Shops (Online und in Appenzell) der Brauerei erhältlich. «Doch schon nach wenigen Wochen kam Post aus Lynchburg, Tennessee. Jack Daniels hat freundlich darauf hingewiesen, dass wir uns das mit dem Namen doch nochmal überlegen sollen. Und da wir etwas die kleinere Kriegskasse haben und solche Spiele viel zu viel Nerven brauchen, hat man das Produkt dann umbenannt», so Kuno.

Jack die Möwe, bevor Jack der Grosse einen Brief geschrieben hat

Ob mit oder ohne «Jack»: The Gull schmeckt nach Kaffee und Whisky/Rum und sieht gut aus. Die Liköre sind ein ausgezeichnetes Geschenk für Personen, die gerne ausprobieren und auf hübsche Etiketten stehen.

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