Hopfen & Malz, Mensch erhalts –  Blick zurück nach vorn

Hopfen & Malz, Mensch erhalts – Blick zurück nach vorn

Das Jahr 2018 war ein heisses in vielen Belangen. Ein zu heisses wettermässig. Quöllfrisch unterwegs blickt zurück & hoffnungsfroh voraus. 

Quöllfrisch unterwegs auf der Couch – mit einem kühlen Quöllfrisch.

Eigentlich wollte ich Skicross-Bär & Appenzeller Bierbotschafter Marc «Bisky» Bischofberger zum Saisonstart in Arosa erleben (s. Quöllfrisch unterwegs). Nebenbei dachte ich natürlich auch daran, den geretteten Zirkusbären im so gross beworbenen Vier-Pfoten-Bärenland zu besuchen (s. Quöllfrisch untwerwegs). Irrtum, sprach der Igel und stieg vom Kaktus: Der Skicross-Event wurde verschoben – aus Schneemangel. Aha, Klimawandel, denke ich. In der Zwischenzeit wurde mit 20 Tonnen Kunstschnee (!) ein Parcours gebaut und die Saison konnte am 17. Dezember 2018 mit einem Nacht-Event eröffnet werden. Die Strecke aber war ziemlich kurz. Zu kurz für den Fighter Bisky (sprich: Bi-schi).

Es war Zufall, dass ich diesen Saison-Anfang vetwütschte. Und zwar machte ich es mir vor dem TV mit einem schönen kühlen Flaschen-Quöllfrisch bequem und schaltete ein. Per Zufall grad SF Zwei und die Schweizerin Fanny Smith. Aber wo ist Marc mit seinem Appenzeller Bier-Helm? Replay bestätigte die Befürchtung: Im Achtelfinal raus. Bei so einem Quicky ist der eher langsam startende Skicrosser mit dem grossen Kämpferherzen chancenlos. Öfters habe ich gesehen, wie er sich erst unterwegs nach vorn kämpft. Dazu brauchts eine gewissen Streckenlänge. Und man fragt sich vor der Leuchtscheibe immer: Wie macht er das nur? Während ich diesen Text schreibe, ist die Skicross-Tour schon in Schweden. Ein erstes Mail an Bisky ist wohl im Spam gelandet. Ein zweites beantwortet Marc «mit sportlichen Grüssen» und der Empfehlung, im Schwarzwald oder zum Saisonschluss im Schweizerischen Veysonnaz dabei zu sein. Denn Übersee ist im Spesenbudget wohl nicht drin. Wir werden im nächsten Jahr sehen, bei welchem Event der Quöllfrisch unterwegs-Blogger dabei sein wird. Jedenfalls: Er wird.

Wo waren wir dieses Jahr denn sonst noch? Ah, stimmt: Hopfentropfen. Die melden sich im Moment nicht, aber wir werden uns im Hopfengarten garantiert wiedersehen. Hopfen wir auf ein weniger trockenes Jahr und eine wunderbare Doldenernte.

Natürlich werden wir auch nächstes Jahr die Entwicklung des Bschorle bzw. der IG Appenzeller Obst verfolgen, die ja bekanntlich ein erfolgreiches Obstjahr verbuchen konnte. Inzwischen hat der Esel von Margrith und Paul Federer wieder seinen obligaten jährlichen Arbeitstag am 6. Dezember hinter sich gebracht. Erstaunlicherweise habe ich in der Stadt Zürich dieses Jahr keinen einzigen Samichlaus gesehen. Schnee gabs ja auch keinen. Zahlen über die Appenzeller Obsternte habe ich im Moment nicht, aber schauen wir doch kurz bei der Mosterei Kobelt in Marbach rein, wo das Appenzeller Hochstammobst zu Most verarbeitet wurde:

es ist offiziell – noch niemals in der geschichte unserer mosterei haben wir so viel obst gemostet! gerade haben wir den bisherigen rekord von 1988 mit insgesamt 1’850 tonnen überschritten! wir sind in jeder hinsicht überwältigt. die gesamte mannschaft erbringt seit wochen hochleistungen. – fertig! nach über zwölf intensiven wochen kehrt hier in der mosti eine im moment noch fast unheimliche ruhe ein. am wochenende wird dann noch ausgerechnet wie viel wir tatsächlich total gemostet haben. 2018 tonnen wär ja noch eine ganz schöne zahl..

Ob es denn 2018 Tonnen waren, steht da nicht, aber ich werde es noch rausfinden. Auch die Biobergbraugerstenbauern werden wir nächstes Jahr wieder besuchen. Und ich werde mit den Gran Alpin-Verantwortlichen eine Feldbegehung mitmachen und im Blog rapportieren. Auf Anfrage bei der Genossenschaft Gran Alpin erhielt ich von Geschäftsführerin Maria Egenolf folgende Bilanz für 2018 und Aussicht für 2019:

Trotz Trockenheit haben wir eine erstaunlich gute Getreideernte. Mit 152 Tonnen Braugerste auf 38 ha haben wir ein gutes Ernteergebnis für unsere Verhältnisse. Für nächstes Jahr planen wir 200 Tonnen, aber wenn das so einfach wäre mit dem Planen. Jedenfalls werden wir versuchen etwa 50 ha Braugerste anzubauen und hoffen, dass die Natur mitmacht. Und dass wir genügend Saatgut bekommen, bestellt ist es schon. Die Nachfrage nach Braugerste ist da und wir versuchen dem gerecht zu werden.

Und wie versprochen, beobachten wir das Wachsen der Genfer Braugerste auf Josef Meyers Betrieb Domaine du Crest. Und weil er ein umtriebiger Geist und Präsident der Schweizer Zuckerrübenbauern ist, können wir immer gespannt sein, auf seine Ideen und Meinungen. Ich zappe mich vom Sofa aus zur Bilanz auf zuckerruebe.ch

Kampagneende in Altjahrswoche. Nachdem in der Fabrik Aarberg noch vor Weihnachten die Kampagne beendet wurde, ist in Frauenfeld die letzte Rübe noch vor Silvester verarbeitet worden. Mit etwas mehr als 1.4 Mio Tonnen Rüben geht 2018 als eine der schwächsten Kampagne in die Geschichte ein. 

Des einen Leid, des andern Freud. Und umgekehrt. In der Bilanz kann ich sagen: Ich habe keinen Bauern getroffen, der den Klimawandel verneinen würde. Noch nicht lange her, war das anders. Die Malbec-Traube gedeiht heute in Genf, was vor einigen Jahren unmöglich gewesen wäre und nur dank der eindeutig wärmeren Durchschnittstemperaturen möglich wurde. Die bis in die Berge hinauf verdorrten Wiesen im Wasserschloss Schweiz haben uns in diesem Hitzesommer allen tüchtig zu denken gegeben und hoffentlich aufgeschreckt. Aber das reicht nicht. Handeln ist angesagt. Und zwar auf unzähligen Ebenen. Solange für ein Hochzeitsfest der Tochter des reichsten Inders über eintausend Flugbewegungen stattfinden, um ein paar VIPs dahin zu bugsieren und wieder weg, nützt keine grosse Klappe was. Von den riesigen Dreckschleuder-Containerschiffen gar nicht zu reden. Und dass all die Innenräume kühlenden Klima-Anlagen der Aussenwelt zusätzlich tüchtig einheizen ist ja nur allzu logisch, gell. Auch die veganen Avocados sind – wie so viele vermeintliche Heilsbringer – höchst problematisch in Sachen Weltrettung. Unsere Gesellschaft steckt in unzähligen Widersprüchen und Paradoxen fest. Hoffentlich nicht zu fest. Der Natur wird das alles egal sein, die Konsequenzen werden unweigerlich folgen und die menschliche Anpassungsfähigkeit auf Herz und Nieren prüfen.

Die Brauerei Locher versucht mit diversen nachhaltigen wie innovativen Projekten sowie der tatkräftigen Unterstützung einheimischer Bierzutaten-Produzenten ihre Verantwortung wahrzunehmen. Dazu gehört auch die Pflege der Vielfalt unternehmerischer Tätigkeit, wo Rendite zwar erwünscht, aber deren absolute Maximierung nicht oberstes Ziel ist: der eine pflügt seinen Boden mit Pferden, ein anderer verknüpft Nachhaltigkeit mit den Möglichkeiten neuster Technik und der Digitalisierung. Leider hatte Daniel Lüchinger mit seinem ambitionierten Modernisierungsprojekt auf der Staubern grosses Pech:

Bahn-Betrieb vorläufig eingestellt. Auf Grund der Entgleisung einer leeren Seilbahn-Kabine vom 31. Oktober 2018 ist der Betrieb der Bergbahn Staubern vorläufig eingestellt. Wir sind froh und dankbar, dass durch diesen Vorfall keine Personen verletzt wurden. Die acht Fahrgäste in der zweiten Kabine wurden durch das Team der Alpinen Rettung Schweiz, SAC Rettungsstation Sax evakuiert und blieben ebenfalls unverletzt. … Die Ursache, welche zur Entgleisung der Bahn führte, wird durch Sachverständige und die Staatsanwaltschaft untersucht. Die lückenlose Klärung dieses Ereignisses steht für uns jetzt an oberster Stelle. Von allfälligen Spekulationen zur Ursache distanzieren wir uns und warten die Untersuchungsergebnisse ab.

Wir danken für Ihr Verständnis und hoffen, dass wir Sie bald wieder in unserem Berggasthaus begrüssen dürfen.

Familie Lüchinger und das Staubern-Team

Auch da bleiben wir dran und wünschen der Familie Lüchinger, dass der Betrieb bald wieder unfallfrei und erfolgreich weitergeführt werden kann. Der Quöllfrisch unterwegs-Blogger wird das Tun und Wirken der bisher besuchten Bierbotschafter*innen, Produzent*innen, Events und Gaststätten auf seinem slow up-windgeschwinden Quölli begleiten und euch mit weiteren interessanten Menschen und ihren Geschichten bekannt machen, die im engsten und weltweitesten Sinne mit Appenzeller Bier zu tun haben.

Quölli und ich sind bereit und wünschen euch en quöllfrische Rutsch & ein bierisch geschichtenträchtiges 2019!

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