Happy Brew Year!

Happy Brew Year!

Am 1. Oktober beginnt das Braujahr – die Tradition dahinter hat ihren Ursprung im Mittelalter

„Hast du gewusst, dass am 1. Oktober das Braujahr anfängt?“, wurde ich von den Brauerei-Menschen letzte Woche gefragt. Kalt erwischt haben sie mich mit dieser Frage, ich hatte nämlich keine Ahnung. Angeborene Neugier und trainierter Recherchegeist sei Dank, folgt für alle Interessierten die Erklärung, warum denn die brauende Zunft einen eigenen Kalender hat.

Das Datum stammt noch aus der Zeit, als es keine Kühlvorrichtungen gab und die Natur den Gärprozess stetig vorangetrieben hat. Da durfte nur in den kalten Monaten des Jahres Bier gebraut werden. Also vom 29. September (Michaelstag) bis Ende April (Georgstag). Die spät gebrauten Biere wurden einfach mit einem höheren Alkohol- und Stammwürzegehalt versehen und waren dadurch, gelagert in kühlen Kellern, länger haltbar und sorgten für gehaltvollen Biernachschub im Sommer. Im September begann auch im Mittelalter die Gersten- und Hopfenernte und ab Ende September wurde gebraut. Die frostigen Monate sorgten für natürliche Kühlung. Mit der Erfindung von Strom und Kältemaschinen konnte das Bier auch in den wärmeren Monaten gekühlt werden. Der Brauprozess war nicht mehr an die kalten Tage gebunden. Frisches und – gepriesen sei der Kühlschrank! – schön gekühltes Bier fliesst nun unsere Kehlen hinunter. Die Tradition, dass das Geschäftsjahr der Brauereien mit dem Michaelstag endet, hat sich bis heute gehalten.

Noch heute dauert das Braujahr vom 1. Oktober bis 30. September

Der letzte Septembertag wird daher als „Brauereisilvester“ bezeichnet. In den letzten Jahren haben an diesem Datum „Bier-Silvester“-Events in Brauereien oder spezielle Bier-Festivals stattgefunden.

Jegliche Zahlen zum Biermarkt (Pro-Kopf-Konsum, jährliches Produktionsvolumen etc.) haben ebenfalls am 30. September Stichtag. Wir können also bald die neuesten Zahlen zum Biermarkt Schweiz erwarten und uns überraschen lassen, ob der „Bierausstoss“ weiter gestiegen ist und die Inlandproduktion weiterhin zugenommen hat.

Insofern ist heute Brau-Neujahr. Habt daher Verständnis, wenn Brauerei-Menschen etwas verkatert-verknittert sind. Je nach Geschäftsabschluss haben sie gefeiert oder lamentiert – mit gekühltem Bier, versteht sich.

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