Geht nicht, gibt’s nicht!

Geht nicht, gibt’s nicht!

Ein Besuch im Tüflterlabor der Brauerei und Einblick in den Arbeitsalltag der geheimniswahrenden Produktentwicklerin. Teil I.

Das fruchtige Bouquet der HOI-Biere, die frische Schärfe, die das Ginger Bier umspielt, der ausgewogene Geschmack der weiteren Biermischgetränke der Brauerei Locher AG: Sie alle verdanken wir zum grössten Teil der äusserst feinen Nase und den ausgeprägten Geschmacksnerven von Gabriele Dörig. Die Produktentwicklerin arbeitet nämlich in ihrem Labor tagtäglich an der perfektionierten Zusammensetzung von neuen Locherprodukten. Ich durfte sie an ihrem Arbeitsort, im Labor der Brauerei, besuchen und bin auf ganz viele Geschichten rund um Appenzeller Biere gestossen. Das ist Teil I.

„Labor…“ Das Wort löste in meiner von exzessivem Serienkonsum leicht vernebelten Fantasie sofort eine geheimnisvolle „Heisenberg“-Vorstellung aus. Gabriele kocht natürlich keine Drogen. Geheimnisvoll ist ihre Arbeit allerdings schon. Zusammen mit ihren zwei Mitarbeitenden tüftelt die gelernte Chemikerin (Also doch: Heisenberg!) mit Pipetten, Fläschchen, 0,000000-Stellen-Waagen an der wohlschmeckendsten Mischung aus natürlichen Aromen und Rohstoffen.

Dass sie mit natürlichen Aromen arbeitet, ist ganz im Sinne der Firmenphilosophie und auch für Gabriele ein wichtiger Aspekt. Natürliche Aromen sind zwar aufwändiger und kostspieliger zu beschaffen, garantieren dafür auch einen natürlichen Geschmack der Getränke. Die Weiterverwertung von hochwertigen Nebenprodukten aus dem Brauprozess spielt ebenfalls eine grosse Rolle. So entstehen aus den Trebern die tschipps und aus den restlichen HOI-Fruchtsäften und hauseigenem Bieressig die CréaCeto-Linie. Dazu in einem späteren Blog mehr.

Hinter den fertigen Produkten steckt ein ausgefeilter kreativer Herstellungsprozess.

Zurück zu Gabrieles Alltag: Die Ideen für neue Produkte liefern hauptsächlich Karl Locher und die Braumeister. Gabrieles Aufgabe ist danach, eine abgerundete Zusammensetzung erstens herauszuschmecken und zweitens zu mischen. Durch die kurzen Wege im Familienbetrieb herrscht während der Tüftelphase ein reger Austausch im „Kreativteam“. Sie mischt, wägt ab, degustiert, leert aus, mischt neu, degustiert und wenn sie mit dem Resultat zufrieden ist, geht es zur Degustation im kleineren Kreis. Wenn dann das Produkt dieser Gruppe ebenfalls mundet, wird es in die Produktion geschickt. Die Hürde, eine liebevoll hergestellte Prototyp-Mischung (meist nur eine Flasche) in die Massenproduktion zu entlassen, ist je nach Produkt sehr anspruchsvoll. Zusätzlich fordern Lieferengpässe der Behälter, in die das neue Getränk abgefüllt werden soll (Dosen, Flaschen, Etiketten…), heraus. Denn, wenn ein neues Produkt auf ein bestimmtes Datum, einen besonderen Anlass veröffentlicht werden soll, sind alle Personen in der Herstellungskette unter Zeitdruck.

Im Labor darf ich leider keine Fotos machen. Aha, denke ich, auch diese Appenzeller Firma will ihre Geheimrezepte nicht preisgeben. Verständlich. Und Geschmack lässt sich eh nicht fotografieren. Meine Frage nach Produktideen, die nicht realisiert wurden, beantwortet Gabriele mit einem charmanten Lächeln: „Geht nicht, gibt’s bei der Brauerei Locher nicht“. So ruhen Ideen auch mal für ein paar Monate, bevor sie auf eine andere Herangehensweise nochmals angepackt werden und dann irgendwann locherisch-kreativ auf den Markt kommen. Sie verspricht: „Es sind viele Produkte in der Pipeline“. In welche Richtung diese gehen, will ich wissen. Gabriele schweigt und lächelt verschmitzt. Fortsetzung folgt.

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