Ein reines Wasser muss durch einen tiefen Stein

Ein reines Wasser muss durch einen tiefen Stein

Woher das Wasser für das Appenzeller Bier kommt und warum es so rein ist.

Tiefe, mysteriöse Stimme aus dem Off: „Im Dorf Appenzell, direkt am Fusse des Alpsteins, braut die Familie Locher ein ganz besonderes Bier. Mit Hopfen und Malz, wie alle andern auch. Was allen anderen aber fehlt, ist das frische Wasser aus dem sagenumwobenen Alpstein, direkt ab der Quelle. Das macht das Appenzeller Bier so besonders. So unverwechselbar schmackhaft und beliebt, dass mittlerweile schon die fünfte Generation der Familienbrauerei immer neue Biersorten kreiert.“ Soweit der Pressetext der Brauerei Locher. 80er-Jahre-Werbegeschädigten mag ein anderer Werbespot im Kopf herumirren – siehe Titel.  

Was genau macht denn das Wasser aus dem Alpstein so besonders? Und: Besteht die Gefahr, dass die Quelle versiegt und dem Quöllfrisch und seinen Freunden – oh Schreck – das Wasser ausgehen wird?

Nun, da der Alpstein Magnet für viele Neo-Wanderfreunde und Daheimgebliebene ist, machen wir hier im Blog einen kurzen Geologie-Exkurs.

Säntis, der Wetterberg

Der Säntis ist mit 2‘837 mm mittlerem Jahresniederschlag 1981-2010 der nasseste Ort der Schweiz und hat ausserdem im April 1999 die grösste Schneehöhe gehabt. Diese zwei „Rekorde“ zeigen bereits: Auf dem Säntis und im Alpstein a) ist es nass und b) liegen der Schnee und das Eis länger und höher als an anderen Orten. Schnee und Eis = Wasser in unterschiedlichen Aggregatszuständen = Nachschub für Appenzeller Bier.

…durch einen tiefen Stein

Der Alpstein besteht aus Kalkstein. Dies ist eine Besonderheit unter den Alpengebirgen, geologisch gesehen. Kalkstein ist „löchrig“, er hat viele Risse. Daher fliesst das Wasser relativ schnell (für Wasser- und Gesteins-Verhältnisse) und in grösseren Mengen ab als in anderen Gesteinsarten. Die vielen Niederschläge suchen sich nun über Jahre, Jahrhunderte hinweg ihren Weg durch das poröse Kalkmassiv, bevor sie auf diese natürliche Weise geläutert, rein und mit dem charakteristischen Geschmack des Alpsteinmassivs als Quellwasser an die Oberfläche drängen. Da dieser lange Weg durch das Kalkgestein das Wasser auf natürliche Weise filtert, ist es von ausgezeichneter Qualität und kann ohne grosse Aufbereitung verwendet werden.

Darum dürft ihr beruhigt sein, liebe Freundinnen und Freunde der Appenzeller Biere: Der Brauerei Locher wird das Wasser nicht so schnell ausgehen. Und ausserdem garantiert die Herkunft weiterhin eine hohe Wasserqualität. Und das ist mitunter ein Grund, warum das Appenzeller Bier so natürlich schmeckt.

Der Quelle auf der Spur

Wo sich die Quelle befindet, aus der das Wasser für unser aller Quöllfrisch gewonnen wird und welche weiteren interessanten Schweizer Quellen es gibt: Das erfährst du, wenn du in den kommenden Wochen die Etiketten vom Quöllfrisch-Bier genauer ansiehst. Und wenn du bald mal wieder hier im Blog reinschaust.

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