Botschafterinnen für das Appenzeller Bier

Botschafterinnen für das Appenzeller Bier

Das Besucherzentrum Brauquöll hat seit Jahresbeginn eine neue Leiterin. Also, neu als Leiterin, eine alte Häsin allerdings im Brauquöll. Denn Esther Abderhalden ist seit sechs Jahren im Besucherzentrum tätig, auch als stellvertretende Leiterin. Ich habe sie an ihrem Arbeitsort besucht. Fast wäre es ein Jubiläumsgespräch geworden: Am 2.2.2015 hat Esther ihre Stelle im Brauquöll angetreten.

Esther ist gelernte Konditorin/Confiseurin, hat die Handelsschule besucht und vier Jahre in der Administration der St.Galler Nachrichten gearbeitet. Den raschen Wechsel von der Konditorei ins Büro hat sie vollzogen, «weil die Realität als Konditorin nicht mehr viel mit der kreativen Arbeit während der Lehre zu tun hatte». Nach einer Reise durch Australien trat sie ihre Stelle im Besucherzentrum Brauquöll an. «Ich habe den direkten Kontakt mit Leuten vermisst im Büro», sagt sie an unserem Gespräch an einem der schönen, langen Holztische im «Gnossstöbli» im Brauquöll. Normalerweise herrscht hier emsiges Treiben, hier finden Degustationen, Polterabende, Firmenanlässe, Tourist*innenführungen statt.

Nun ist halt auch im Februar 2021 noch immer Coronazeit und die Stühle im Gnossstöbli sind hochgestellt. Die Zeit wurde genutzt, um die schönen Beizentische abschleifen und ölen zu lassen. So stehen sie poliert glänzend bereit für die Zeit, wenn Esthers Arbeitsalltag wieder die Vielfalt enthält, die sie so schätzt. «Die Leute kommen hierher, um die Locher-Produkte direkt kennenzulernen, sei es im Shop oder im Rahmen einer Degustation.» Es gäbe fast kein Land, aus dem noch keine Tourist*innen gekommen seien, die Kontakte seien heiter und abwechslungsreich. Und deshalb stehen die Frauen im Brauquöll-Team immer wieder begeistert und leidenschaftlich «als Botschafterinnen für das Appenzeller Bier im Einsatz».

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Ein geschulter Gaumen

Als diplomierte Bier-Sommelière (Ausbildung in der Nähe von München und Salzburg) findet Esther das passende Bier für jeden Menschen, auch wenn sie*er am Anfang sagt: «Ich mag gar kein Bier.» Ausserdem nimmt Esthers geschulter Gaumen «Bierfehler» wahr, d.h. sie schmeckt, ob ein Bier falsch (zu warm) gelagert wurde, zu viel Licht hatte, mit den Rohstoffen etwas nicht in Ordnung war oder bei der Produktion etwas falsch gelaufen ist. Allerdings, so die Kennerin, «gibt es auch Biere, die möchten so schmecken…» Aha, in der modernen Bierwelt werden also Fehler als Verkaufsargument genutzt.

Bei den Degustationen im Brauquöll lebt die neue Leiterin vor allem die Leidenschaft fürs Food-Pairing, das Vereinen von Essen und Bier, aus. Sie empfiehlt etwa, teilweise eher ungewohnte Kombinationen zu probieren und kennenzulernen. Zum Beispiel einen Jersey-Käse mit dem HOI Maracuja zu kombinieren oder ein dunkles Bier mit einem kräftigen Käse.

und sie tranken noch eines...
Ist hoffentlich bald wieder möglich: Degustieren der Brauerei-Produkte im „Gnossstöbli“.

Von Rezepten und Adventskränzen

Eine meiner liebsten Anekdoten, die mir Esther erzählt hat, ist diese: Für ein Hotel in Peking, das Appenzeller Bier ausschenkt, macht sie regelmässig Biervorschläge zu Rezepten, von denen sie «keine Ahnung [hat], wie sie schmecken». Die Vorschläge scheinen zu passen, die Anfragen kommen weiterhin. Ebenfalls unvergessen ist ihr die Zusammenarbeit mit einer Gärtnerei im Thurgau für den jährlich stattfindenden Anlass «Adventskranzen für Männer mit Bierbegleitung», an dem sie drei Mal Biere der Brauerei Locher vorstellte. Zwischenzeitlich wurde eine andere Brauerei berücksichtigt, aber vielleicht gibt es irgendwann ja ein «Comeback» von Esther und der Brauerei Locher.

Unser Gespräch wird unterbrochen von einem Besuch vom Arbeitsinspektor, der die Umsetzung der Coronamassnahmen kontrolliert und zufrieden mit dem Brauquöll und vor allem sehr erfreut über die «Freundlichkeit und kooperative Art» der beiden anwesenden Frauen wieder von dannen zieht.

Nachdem sie fast seit Beginn ihrer Zeit in Appenzell die STV-Leiterin des Besucherzentrums war, übernimmt Esther nun die Leitung von Katja, die sich nach vielen Jahren im Brauquöll beruflich anders orientiert, aber «hoffentlich noch das ein oder andere Mal aushelfen darf», wie sie sagt.

Im Einsatz fürs Appenzeller Bier

Esther freut sich auf vor allem auf die Zeit nach den Coronamassnahmen, auf spannende Gruppen und – last but not least – auf die Eröffnung des umgebauten Besucherzentrums mit mehr Platz für den Shop und das Museum sowie weiteren Neuerungen. Spätestens dann ist das Brauquöll-Team wieder an vorderster Front für das Appenzeller Bier engagiert und zieht die Besucher*innen mit Fachwissen und Hintergrundinformationen in den Bann des Brauerei-Locher-Universums. «Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden…»

Aktuelle Öffnungszeiten des Besucherzentrums Brauquöll
(nur Shop, Museum geschlossen):
Mo-Fr: 13-17 Uhr
Sa-So: 10-16 Uhr

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Heinz Klee

    Huren gutes Bier,das beste der Welt,nur schade,dass wir es hier in Thailand nicht kriegen,aber vielleicht bringt der Queoll Bisch mit seinem Rapid Special mal ein Fuder Bier runter.Weiter so.Gruss von einem Oberegger der es auch gerne haette.Gruss Heinz Klee,Thailand

  2. Mandy Caretti

    S beschte Bier wo’s get!!Wohn jetzt scho 10 Johr in Hollenstein an der Ybbs (Niederösterreich)!vemissä Euäs Bier so sehr!leider gets Do ke Appenzeller Bier. Ha früher be Eu met äm Lkw immer Laugä agliefert!freue mi das äs Eu so guät got! LG Mandy Caretti

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