Auf die Gesundheit!

Auf die Gesundheit!

Im Monat, in dem uns ein Virus fest im Griff hat, wird ihm der Zutritt zu diesem Beitrag verwehrt. Ein Beitrag, der fast so herausgekommen ist, wie geplant. Im Zentrum: Die Ingwer-Wurzel und das Appenzeller Ginger Beer, das ein bisschen anders ist.

Sein herber, zitrusartiger Geschmack und die feurige Schärfe treffen nicht jeden Geschmack. Ich habe Ingwer erst im Verlaufe seines Siegeszuges Anfang der 2000er Jahre „entdeckt“ und dann zunächst als natürliches Heilmittel bei Erkältungen und Husten genutzt. Ingwertee mit Honig und Zitrone war ein bisschen der Kamillentee für Studis: Ja, es wirkt. Aber nein, abgesehen von einer medizinischen Anwendung nehme ich es nicht zu mir. Dann, ca. vor 10 Jahren, bin auch ich dem Moscow Mule erlegen, als er in den Bars und den Rezepteblogs aufgetaucht ist. Durch diesen Drink hat das Ginger Beer grössere Beliebtheit erlangt („If 2/3 of your drink is the mixer, mix with the best“), mittlerweile sind unzählige Varianten von verschiedenen Anbietern auf dem Markt. Meist alkoholfrei, süss-scharf und mit mehr oder weniger Ingwer-Geschmack.

Seit 2017 gibt es das Ginger Bier der Brauerei Locher. Wie es dazu kam, steht in diesem Blog-Beitrag. Das Rezept für den grossartigen Appenzeller Mule gibt es hier und was es mit dem Appenzeller Ginger Beer auf sich hat, lest ihr weiter unten.

Uralt, vergessen, wiederentdeckt und urgesund

Ingwer ist eine Wurzel, die vor Urzeiten nach Europa gebracht wurde. Zwischenzeitlich geriet sie auf dem europäischen Festland etwas in Vergessenheit, bei den Inselbewohnern des United Kingdoms hielt sich die Knolle, oder zumindest deren Geschmack hartnäckig in der Küche, in Süssigkeiten (klebrig-künstlich kandierter Ingwer, anyone?) und in Gebäck wie Ginger Bread.

Eine Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe machen die Wurzelknolle so gesund. Sie enthält Vitamin C, B-Vitamine und die Mineralstoffe Eisen, Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor. Dazu gesellen sich ätherische Öle und, ganz wichtig: Scharfstoffe.

Sucht man im Netz nach „Wirkung von Ingwer“, erscheint einem die Wurzel (gelernt: korrekt heisst es „Rhizom“) als Heilige der Pflanzenwelt: Entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzlindernd, verdauungsanregend, übelkeitsstoppend, generell gesund für die Darmflora, durchblutungsanregend, die Fettverdauung ankurbelnd, stärkend für Herz und Kreislauf und dazu noch gut für Haut und Haare. Es gibt kaum Nebenwirkungen, ausser, man verträgt kein Scharf. Ob als Tee, als Limonade, in gekochten Gerichten, als Sirup, oder pur – Ingwer gehört in jede Hausapotheke und in jede Küche!

Ginger Superstar

Seit drei Jahren gibt es nun also das Ginger Beer der Brauerei Locher. Selbstverständlich ist auch dieses Appenzeller Bier ein bisschen anders als die Varianten der Konkurrenz. Es enthält Alkohol, mit 2,4% gehört es allerdings zu den leichten Bieren. Das mag mit ein Grund sein, warum sich das Ginger Beer langsam zum kleinen Superstar im Sortiment mausert: Irgendwie sind ihm alle zugetan. Nicht-Biertrinkende trinken gerne Ginger Beer und Bier-Fans mögen es, weil es mal nicht nach Bier schmeckt.

Und es enthält Bier. Hergestellt wird es als Biermischgetränk aus Starkbier und Ingwer aus Bio-Konzentrat. Nach dem Fermentationsprozess wird es grob filtriert, so dass die schön harmonische Schärfe und das Ingweraroma ausgewogen im Bier zurückbleiben. Im Winter wärmt es, im Sommer ist es – eisgekühlt und mit einer Zitrone versehen – ein famoses Erfrischungsgetränk. Lasst uns anstossen im kleinen Kreis und im Herzen und in Gedanken näher zusammenrücken!

Übrigens habe ich mich vergangenes Wochenende von Blog-Beiträgen motivieren lassen und eine Ingwerwurzel zuerst in Wasser eingelegt und dann in einen Topf mit Erde gebuddelt. Mal schauen, ob es tatsächlich so einfach ist, eine eigene Ingwerpflanze zu ziehen – auf gut 1000 M.ü.M.! Das Bierbrauen überlasse ich nach wie vor den Biermenschen aus dem Nachbardorf.

Support your local beer dealer! Der Getränkemarkt Ziel in Appenzell ist geöffnet, der Onlineshop der Brauerei ebenfalls.

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